Der Rhythmus der Jahreszeiten sorgt für einen angepassten Zyklus des Bienenvolks.

Frühling
Im Frühling erwacht das Bienenvolk aus seiner Winterruhe, wenn die Temperaturen tagsüber über 9 Grad Celsius steigen. Die Bienen, die in der Wintertraube im Stock mehrere Monate ausgeharrt haben, gehen dann sofort auf den sog. Reinigungsflug, um ihren Verdauungstrakt von den Rückständen dieser Zeit zu entleeren.
Sobald die ersten Trachpflanzen Blüten tragen, beginnt die Arbeit im Bienenstock. Die Winterbienen bringen die ersten Pollen ein, meist von Weiden, Krokus und Haselnuss, und die Königin beginnt wieder mit der Eiablage. Nach und nach ersetzen die geschlüpften Jungbienen die ausgezehrten Winterbienen und erneuern das Bienenvolk.
Mit einsetzender Blüte der Massentracht-Pflanzen wie Löwenzahn und Raps und der ansteigenden Sammeltätigkeit der Bienen beginnen die Völker nun zu wachsen. Damit verbunden ist der im Frühjahr typische Schwarmtrieb, der meist durch Platzmangel im Stock oder überalterte Königinnen verursacht wird. Zum Ende der Rapsblüte hat das Bienenvolk meist seine größte Stärke erreicht.

 

Sommer
Der Sommer steht ganz im Zeichen des Nektarsammelns und der Honigproduktion. Unzählige Trachtpflanzen lösen sich in dieser Jahreszeit mit ihrer Blütenperiode ab und bieten den Bienen ein reichhaltiges Angebot.
Bei den im Frühjahr und zur Schwarmzeit gebildeten Ablegern, aber auch bei den natürlich gebildeten Schwärmen beginnt nun die Zeit der Begattung. An einem schönen Sommertag fliegen die neu geschlüpften Königinnen aus, um sich von zahlreichen Drohnen begatten zu lassen. Dies macht jede Königin nur ein Mal in ihrem ganzen 2-3jährigen Leben.


Herbst
Der „Bienen-Herbst“ beginnt um die Zeit der Sommersonnenwende. Wenn für den Menschen noch Hochsommer herrscht, beginnen die Bienen sich auf den Winter einzustellen. Die Bruttätigkeit der Königin nimmt langsam ab und es werden auch immer weniger neue Waben ausgebaut. Da das Nektar- und Pollenangebot in der Natur auch immer weniger wird, entledigt sich das Bienenvolk zuerst seiner Drohnen und verkleinert sich schliesslich selbst nach und nach durch die Verringerung der Aufzucht.
Jetzt beginnt die Fütterungszeit, in der die Bienen sehr unruhig und reizbar sind, da sie in der Natur nichts verwertbares mehr finden. Da der Imker den Bienen den Honig entnommen hat, den sie sich als Winterfuttervorrat angelegt haben, benötigen die Bienen einen Ersatz. Dies erreicht man durch die Zugabe eines Ersatzfutters entweder in flüssiger Form wie eine Zuckerwasserlösung oder in fester Form durch einen Zuckerteig. Die Bienen lagern dies in ihre leeren Waben ein, bearbeiten und verdeckeln es wie zuvor den Honig.

 

Winter
Sobald die ersten längeren Frostperioden einsetzen, herrscht für die Bienen Winter. Das aus der Königin und einer kompakten Menge Winterbienen bestehende Volk drängt sich zu einer Kugel zusammen, um in ihrer Mitte die Königin zu schützen und zu wärmen. Die Kugel ist die von der Natur perfekt erdachte Form der Überwinterung, denn so können die Bienen ohne große Mühe das Volk wärmen und sich nach außen immer wieder abwechseln, ohne dass es zu ungleicher Verteilung kommt. Während der Winterpause herrscht im Bienenstock trotz eisiger Außentemperaturen eine konstante Temperatur von ca. 38 Grad Celsius!
Diese Bienen-Kugel wandert nun ganz langsam über die Futtervorräte und verbringt so den gesamten Winter, bis es im Februar/März wieder von neuem beginnt.