Qualität

Honig als Naturprodukt ist sehr empfindlich und muss bei der Entstehung, Verarbeitung und Lagerung besonders sorgsam behandelt werden, damit der Honigkonsument eine erstklassige Qualität erhält. Gerade in Deutschland, dem Land mit dem weltweit höchsten Pro-Kopf-Honigverbrauch, ist Sorgfalt in der Verarbeitung höchstes Gebot.

Es ist kein Wunder, dass die Lebensmittelindustrie diesen großen Markt nutzt und große Mengen ausländischen Honig für den heimischen Markt importiert.

Um den Honig in einer erstklassigen Qualität zu erhalten, muss man auf bestimmte Eingenschaften des Honigs Rücksicht nehmen:

  • Neben Einfach- und Mehrfachzucker und Wasser besteht Honig vor allem aus Anteilen von Blütenpollen, hochwertigen Enzymen und weiteren Inhaltsstoffen wie Fermenten, Vitaminen, Säuren und Aromen. Erhitzt man Honig auf über 38° Celsius, gehen alle hochwertigen Inhaltsstoffe verloren, übrig bleibt lediglich der Zucker. Da man dies geschmacklich nicht feststellen kann, sollte man darauf achten, woher der Honig stammt. Eine Deklaration, die „Honig aus Nicht-EU-Ländern“ beinhaltet, deutet immer auf erhitzten Honig hin, da Honig aus Ländern außerhalb der EU per Verordnung erhitzt werden muss.
  • Honig zieht Gerüche und Feuchtigkeit an. Daher sollte man Honiggläser und –eimer immer gut verschließen und trocken lagern. Zu feuchter Honig beginnt mit der Zeit zu gären.
  • Einmal fest gewordener Honig kann durch sanfte Erwärmung auf maximal 30 Grad Celsius wieder streichfähig gemacht werden. Dies sollte jedoch immer im Wasserbad geschehen, niemals z.B. in der Mikrowelle!

Ein weiterer Qualitätsfaktor ist die chemische Belastung des Honigs. Leider findet man immer wieder zahlreiche Rückstände im Honig. Eine kleine Übersicht der vorhandenen Stoffe und deren Herkunft soll aufzeigen, wie man sich dagegen schützen kann:

  • Medikamente wie Perizin oder Antibiotika: Diese Mittel werden von Imkern oft gegen Bienenkrankheiten wie die Varoamilbe o.ä. eingesetzt. Fragen Sie den Imker Ihres Vertrauens, wie er gegen Krankheiten behandelt. Nur Mittel wie Oxal-, Ameisen- oder Milchsäure sowie einige natürliche Thymolpräparate gewährleisten rückstandsfreien Honig!
    Antibiotika ist in der EU zum Einsatz in der Bienenhaltung verboten. In Nicht-EU-Ländern wie z.B. in Ländern Südamerikas kann es legal eingesetzt werden. Daher achten Sie auf die Deklaration bei der Herkunft des Honigs.
  • Pestizide: Finden sich oft in Rapshonig, also bei Kulturpflanzen. Deutscher Honig ist aber i.d.R. pestizidfrei.
  • Semicarbazide: Dieser Stoff, der im Verdacht der Erbgutschädigung und Krebserregung steht, entsteht durch bestimmte Tierarzneimittel und vor allem durch das Aufschäumen von Metalldeckeldichtungen. Daher unser Rat: Finger weg von Honig in Twist-off-Gläsern, und seien sie noch so sehr als „Bio“ und naturbelassen deklariert! Selbst Demeter, sonst für seine restriktiven Regeln bekannt, erlaubt nach wie vor unverständlicherweise derartige Twist-off-Deckel.

Beim Honigkauf ist daher auf die entsprechende Deklaration zu achten!

Noch einfacher macht man es sich, wenn man Honig in den sogenannten DIB-Gläsern mit Gewährverschluß erwirbt. Der Deutsche Imkerbund DIB verpflichtet seine Mitglieder bei der Benutzung dieser Gläser und Etiketten zu einer speziellen Sachkundeprüfung und überwacht die Imkerschaft ständig durch Qualitätskontrollen. Außerdem darf nur Honig aus deutschen Imkereien in diese Gläser abgefüllt werden.

So gehen Sie beim Honigkauf auf Nummer Sicher.